Mittelstand Investiert Mehr in Deutschland

Trotz Ukraine-Krieg, Inflation und steigender Zinsen haben die Mittelständler ihre Investitionen am vielfach kritisierten Standort Deutschland hochgefahren. Ihre Neuinvestitionen nahmen im vergangenen Jahr um 15 Prozent auf 211 Milliarden Euro zu, wie die staatliche Förderbank KfW am Mittwoch zu ihrem „Mittelstandspanel 2023″ mitteilte.

Dahinter steckten Corona-Nachhol- sowie Vorzieheffekte aufgrund der sich eintrübenden Finanzierungsbedingungen und steigenden Preisen für Investitionsgüter. Auch Anpassungsmaßnahmen, um den Anstieg der Energiekosten abzufedern, hätten einen Schub verliehen. Das Wachstum sei nicht allein durch gestiegene Preise zu erklären: Auch inflationsbereinigt (real) habe ein Plus von vier Prozent zu Buche geschlagen.

„Im laufenden Jahr sorgt der konjunkturelle Gegenwind jedoch für erhöhte Anspannung“, sagte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib. „Die Unternehmen blicken aktuell eher mit Skepsis auf ihre Geschäftsaussichten.“ Die Schwierigkeiten bei Kreditverhandlungen würden zunehmen. Große Wirtschaftsverbände klagen zudem, der Standort Deutschland habe durch hohe Energiekosten und viel Bürokratie an Wettbewerbsfähigkeit verloren.

Komfortable Liquiditätssituation

Der Umsatz der Mittelständler stieg den Angaben nach im vergangenen Jahr um rund 16 Prozent auf mehr als 5,3 Billionen Euro. Inflationsbereinigt (real) habe ein Plus von zehn Prozent zu Buche geschlagen. „Bei einer Reihe von Unternehmen überstiegen die Kostenerhöhungen für Material, Löhne und Energie das erzielte Umsatzplus dennoch“, hieß es. Auch sei die Umsatzrendite gesunken, und zwar von 7,4 auf 7,0 Prozent. Insbesondere die Profitabilität der Kleinstunternehmen mit weniger als fünf Beschäftigten ging deutlich zurück – von 13,8 auf 11,8 Prozent. „Diese Unternehmen weisen in der Folge aktuell auch deutlich häufiger Liquiditätsprobleme auf.“

Die gesunkenen Renditen erschwerten es zudem, die bereits in der Corona-Krise strapazierten Liquiditätsreserven wieder aufzupolstern, so die KfW. In der Breite des Mittelstands sei die Liquiditätslage allerdings komfortabel: Im Frühjahr 2023 gaben fast sechs von zehn Mittelständlern an, dass ihre Liquiditätssituation sehr gut oder gut sei. Weitere 30 Prozent bewerteten sie als immerhin ausreichend.

Quelle : faz

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